Tech & Infrastruktur KI-Flow Daily · Ausgabe 94

Nvidia stellt DSX vor: Rubin-Racks kühlen sich selbst – fast ohne Wasser

Nvidia zeigt auf der London Climate Week das DSX-Referenzdesign: 100 % Flüssigkühlung im geschlossenen Kreislauf, kein Lüfter im Rack, nahezu kein Wasserverbrauch.

Wojciech Bzumowski

Nvidia hat am 22. Juni 2026 auf der London Climate Week ein eigenes Referenzdesign für die kommende Rubin-Generation vorgestellt: DSX. Anders als heutige Racks ist DSX zu 100 % flüssigkeitsgekühlt – GPUs, CPUs, Netzwerk und Speicher. Lüfter gibt es im Inneren des Racks nicht mehr.

Auf einen Blick

  • Flüssigkühlungs-Anteil: 100 %
  • Kühlmittel-Temperatur: bis 45 °C
  • Rack-Leistung: über 100 kW
  • Lüfter im Rack: 0

Der eigentliche Hebel ist Wasser

Der wichtigste Unterschied liegt im Wasserverbrauch. Bei DSX zirkuliert ein Gemisch aus Wasser und Propylenglykol in einem geschlossenen Kreislauf zwischen Rack, Wärmetauscher und Außen-Trockenkühler. Verdunstet wird nichts. Bis 45 °C Kühlmittel-Eintritt bleibt das System betriebsbereit. Microsoft-CEO Satya Nadella beziffert den Jahres-Wasserverbrauch eines neuen Standorts nach diesem Closed-Loop-Prinzip auf den Verbrauch eines einzelnen Restaurants.

Ein Vera-Rubin-NVL72-Rack bündelt 72 GPUs und 36 CPUs auf 100 bis 130 Kilowatt. Die Auslieferung beginnt in der zweiten Jahreshälfte 2026 bei AWS, Google Cloud, Microsoft und Oracle Cloud.

DSX-Eckpunkte

  • Vorgestellt: 22. Juni 2026, London Climate Week
  • Kühlmittel: Wasser/Propylenglykol, geschlossener Kreislauf
  • Temperatur: bis 45 °C Kühlmittel-Eintritt
  • Erstabnehmer: Microsoft Fairwater, AWS, Google Cloud, Oracle Cloud

Branchenanalysten beziffern den Mehraufwand pro Rack auf 6–9 % gegenüber heutigen Konfigurationen – bei 15–22 % Stromkostenersparnis über die Lebensdauer.

Was das für den Mittelstand am Niederrhein bedeutet

Für NRW-Standorte ist der Ansatz doppelt relevant. Ein geschlossener Kühlkreislauf entkoppelt die Kapazitätsplanung weitgehend vom Wassergutachten – gerade am Niederrhein, wo die Grundwasserstände seit Jahren beobachtet werden. Rechenzentrums-Kapazität in der Nähe wird damit leichter genehmigungsfähig, was mittelfristig kürzere Wege und stabilere Latenzen für regionale KI-Anwendungen bedeuten kann.

Quellen

  • Fortune (22. Juni 2026)
  • Tom's Hardware
  • StorageReview / DCD
  • Nvidia

Zusammenfassung und Einordnung durch die KI-Flow-Redaktion auf Basis der genannten Quellen.

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