Tech & Infrastruktur KI-Flow Daily · Ausgabe 74

Microsoft Copilot Studio: KI-Agenten steuern Software jetzt ohne Schnittstelle

Computer-Using Agents in Copilot Studio sind allgemein verfügbar – sie bedienen Desktop- und Web-Anwendungen wie ein Mensch, auch wenn die Software keine API hat.

Kilian Weber

Der größte Sprung im Mai-Release von Microsoft Copilot Studio ist nicht ein neues Modell, sondern ein Werkzeug: Die „Computer-Using Agents” sind seit dem 26. Mai 2026 allgemein verfügbar. Sie bedienen Anwendungen wie ein Mensch – sie sehen den Bildschirm, klicken Schaltflächen, füllen Formulare aus und lesen Tabellen.

Auf einen Blick

  • Verfügbarkeit: allgemein verfügbar (GA)
  • Sprach-Latenz: unter 500 ms
  • Regionen: alle kommerziellen Power-Platform-Regionen
  • Agent-zu-Agent-Kommunikation: verfügbar

Jede Oberfläche wird zur Schnittstelle

Für Unternehmen fällt damit ein alter Engpass weg: Jede Branchensoftware ohne Programmierschnittstelle – das DATEV-Frontend, die Lexware-Buchhaltung, ein alter SAP-GUI-Dialog, ein Browser-Tool – lässt sich nun ohne Skript-Bastelei in einen Agentenprozess einbinden. Bisher half dort nur klassische Robotic Process Automation mit ihren brüchigen Selektoren.

„Der CU-Agent macht aus jeder Oberfläche eine Schnittstelle.”

Agenten, die zusammenarbeiten

Ergänzend bringt das Release eine allgemeine Agent-zu-Agent-Kommunikation: Spezial-Agenten lassen sich verketten – ein Daten-Extraktor reicht an einen Prüf-Agenten weiter, dieser an einen Reporting-Agenten. Die neue Workflow-Leinwand erlaubt Verzweigungen, Parallelpfade und ein Debug-Protokoll, das jeden Schritt zurückspulen kann. Über Microsoft Viva Work IQ fließen Signale aus dem Arbeitsalltag – offene Tickets, blockierte Termine, Überstunden-Spitzen – in die Entscheidungslogik ein. Per Echtzeit-Sprache nehmen Agenten zudem Telefonate an und übergeben Vorgänge geordnet an Sachbearbeiter.

Was das für den Mittelstand am Niederrhein bedeutet

Für Betriebe, die mit einer Mischung aus Branchensoftware, ERP-Frontends und Office-Makros arbeiten, ist die Botschaft konkret: Workflows, die bisher an einer fehlenden Schnittstelle scheiterten, werden mit Bordmitteln aus dem ohnehin vorhandenen Microsoft-365-Vertrag automatisierbar. Bevor man darauf setzt, lohnt ein abgegrenzter Test – und die klare Festlegung, welche Schritte ein Agent eigenständig ausführen darf und wo ein Mensch gegenzeichnet.

Quellen

  • Microsoft Copilot Blog (26. Mai 2026)
  • TechCommunity Microsoft
  • Reuters (26. Mai 2026)

Zusammenfassung und Einordnung durch die KI-Flow-Redaktion auf Basis der genannten Quellen.

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